Maultaschen
Eine schwäbische Delikatesse!

Wie kam die Maultsche in unsere Küchen?

Maultaschen sind quasi das Nationalgericht Baden-Württembergs. Die Taschen aus Nudelteig mit einer Grundfüllung aus Brät, Zwiebeln und eingeweichten Brötchen sind eine Spezialität der schwäbischen Küche. In vielen Familien gibt es besondere Rezepte mit variierenden Zutaten wie gekochter Schinken, Spinat, geräucherte Schinkenwurst, Hackfleisch oder Braten.

Egal, ob man eine traditionelle Füllung oder etwas Spezielles vorbereitet hat: Die Masse wird auf den Nudelteig aufgebracht, der so dünn wie möglich ausgerollt wurde, und verteilt. Je nach Vorliebe können Maultaschen in ca. 15 x 15 cm große Quadrate oder 10 x 20 cm große Rechtecke gefaltet oder zu ca. 7 cm breite Stücke gerollt werden. Etwas Wasser oder Eiweiß verbindet die Nudelteigenden besser und verhindert ein Aufplatzen der Maultaschen. Gegart werden sie in siedendem Salzwasser oder Brühe. Wasser bzw. Brühe wird zum Kochen gebracht, dann gibt man die Maultaschen hinein und lässt sie bei geringer Wärmezufuhr ziehen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann können sie mit dem Schaumlöffel abgeschöpft werden. Vor dem Servieren sollten Maultaschen gut abtropfen und nicht aufeinander liegen, da sie sonst aneinander kleben können.

Wer hat sie erfunden?

Eine sehr verbreitete Legende besagt, dass die Zisterziensermönche des Klosters Maulbronn für die Namensgebung der Teigtasche verantwortlich sind. In der Fastenzeit wollten sie Fleisch nicht verkommen lassen und nicht darauf verzichten. Also brachten sie es unauffällig in der Füllung der später berühmten Teigtasche unter. Heute ist es in schwäbischen Familien immer noch Tradition, dass „Maultaschen in der Brühe“ das typische Gericht am Gründonnerstag sind. Was davon übrig bleibt, gibt es dann am Karfreitag in einer der möglichen anderen Zubereitungsarten.
Da schwäbische Maultaschen sehr den Ravioli oder Tortellini ähneln, vermuten auch viele ihren Ursprung in Italien. Tatsächlich kamen vor Jahrhunderten in der Umgebung von Maulbronn zahlreiche protestantische Glaubensflüchtlinge aus Norditalien an, die auch die Maultasche mit ihrer Spinatfüllung mitgebracht haben könnten.

„Geschützte“ Maultasche

Seit 2009 steht der Name „schwäbische Maultasche“ als sogenannte geografische Angabe unter Schutz. Dabei ist exakt festgelegt, welche Form, Größe und welche Inhaltsstoffe eine solche Maultasche haben muss, um diesem Namen gerecht zu werden.

Schwäbische Delikatesse

Ganz gleich, wer sie erfunden hat: Tatsache ist, dass die Maultasche heutzutage zu den schwäbischen Delikatessen gehört und als solche bekannt ist. Während sie früher eher als einfache Speise galt, ist sie heute mehr als „salonfähig“ geworden, beispielsweise gefüllt mit Lachs oder mit Frischkäse und Birnen in einer Walnuss-Gorgonzolasauce.


Experteninfo


„Bei uns dauert es 75 Minuten von der Brätherstellung bis zur fertigen Maultasche in der Verpackung. Frischer geht es nicht!“

 

Max Heizmann
Fleischer-Meister